Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.
Mediation- Grundsätze

 

Ich als Mediatorin bin für den Ablauf der Mediation zuständig, achte also auf die Einhaltung der Gesprächsregeln, die wir gerne gemeinsam festlegen können, kümmere mich zu den vereinbarten Terminen um die entsprechenden Räumlichkeiten etc. Ich halte die Themensammlung, Lösungsoptionen und gefundenen Lösungen schriftlich fest und erstelle ggf. eine Abschlussvereinbarung.
 
Ihrem Konflikt gegenüber bin ich neutral, das heißt, ich bin in diesen nicht persönlich involviert, ich werde ihre Standpunkte in diesem Konflikt auch nicht bewerten oder beurteilen. Bezüglich des Inhalts ihres Konfliktes sind und bleiben sie beide die Experten.
 
Meine Stellung ihnen beiden gegenüber würde ich eher mit dem Begriff Allparteilichkeit umschreiben, was bedeutet, dass ich versuche, mich jeweils in sie beide hineinzuversetzen, um ihrer beider Standpunkte und Interessen möglichst genau erfassen und verstehen zu können.
Mediation ist ein vertrauliches Verfahren. Dies beinhaltet, dass von dem, was wir hier besprechen, von uns allen Stillschweigen gewahrt wird.     
 
Auch ist mir persönlich sehr wichtig, dass ich in einem eventuellen späteren Gerichtsverfahren nicht als Zeugin über Inhalte dieser Mediationsgespräche gehört werde. Dies würden wir in einer entsprechend zu erstellenden Mediationsvereinbarung, ebenso wie andere wichtige Punkte, festschreiben.
 
Sie als Medianten handeln selbstverantwortlich, was meint, dass sie es in der Hand haben, worüber sie verhandeln wollen, was ihnen wichtig ist und letzten Endes auch, wie eine Lösung zu ihrer beider Zufriedenheit ausschauen kann - auszuschauen hat.
 
Autonomie bedeutet hier, die Verantwortung für die eigenen Interessen und Bedürfnisse zu übernehmen. Der Begriff Gegenseitigkeit meint: Respekt für die Bedürfnissen und Interessen des Anderen zu entwickeln und zu zeigen.
 
Zu Selbstverantwortlichkeit, Autonomie und Gegenseitigkeit gehört auch, dass sie insoweit offen zueinander sind, mit wichtigen Informationen nicht hinter dem „Berg“ zu halten. Sollte sich im Laufe der Mediation ergeben, dass noch Sachverhalte rechtlicher oder sachbezogener Natur zu klären sind z.B. durch anwaltliche Beratungsgespräche oder Gutachten, so liegt es in ihrer Verantwortung, sich diese Informationen zu beschaffen.
 
Denn nur, wenn sie möglichst genau wissen, wie die für sie relevanten Sachverhalte tatsächlich sind, können sie wirklich reell verhandeln, da sie hierdurch (erst) die entsprechende Verhandlungsgrundlage erlangen. Auch ist es wichtig, ggf. erforderliche Dokumente im Laufe der Mediation offenzulegen.
 
Ein grundlegender Aspekt des Mediationsverfahrens ist, dass dieses auf Freiwilligkeit beruht: Sie haben jederzeit die Möglichkeit, die Mediation abzubrechen und z.B. ein Gerichtsverfahren anzustreben.
 
Wenn die Parteien die Entscheidung für eine Mediation unter meiner formellen Leitung getroffen haben, dann vereinbaren wir, vermutlich in wöchentlichem Rhythmus, Gesprächstermine, für die wir jeweils ca. 1,5 Std. veranschlagen sollten.